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Edition KoCheck
Öko-Thriller
November 2008

Edition KoCheck

 

 

Die Warnung

Sobald sich Ihre Email-Adresse ein wenig herumgesprochen hat, erhalten Sie die ersten WARNUNGEN. WARNUNGEN enthalten in der Regel GROSSBUCHSTABEN und überdurchschnittlich viele Rufezeichen. Das hat auch Sinn, denn Sie werden rechtzeitig vor schlimmen Folgen gewarnt, die Sie gerade noch verhindern können. Sie müssen dazu nur genau den Text lesen, wachsam sein und rasch und entschlossen handeln.

Da Sie Ihre Adresse unter zahlreichen anderen finden, die auch gerade noch gewarnt worden sind, ist es recht und billig, auf der Stelle Ihre Adressensammlung zu durchforsten und die WARNUNG RASCH an Ihre Lieben weiter zu leiten. Sie können das unmöglich vergessen, denn in der Meldung werden Sie unmissverständlich und DRINGEND zu diesem Schritt aufgefordert.

Diese Attribute - GROßBUCHSTABEN etc. - sind nicht von ungefähr entstanden und stellen weit mehr als nur einen Blickfang dar, sie haben durchaus ihren Zweck.

Die Authentizität einer WARNUNG erkennen Sie nicht etwa mit Microsoft Authenticode, sie besitzt keinerlei Zertifikat.

Authentizität der Warnung prüfen

Man erkennt die Echtheit einer WARNUNG an den

  • GROSSBUCHSTABEN, sowie den obligaten
  • Rufezeichen!!!, den
  • Einrückungszeichen im >>Text und der Feststellung, dass es
  • gegen den Virus derzeit kein Mittel gibt. Das fehlt NIE!!!

Die WARNUNG enthält neben dem Hinweis auf den Ur-Warner - ein unbekannter, aber informierter Mitarbeiter von Microsoft oder so - auch den Namen des bösartigen Mails, das durch unbedarftes Öffnen den Virus frei setzt.

Sie können auch gewarnt werden, dass Sie nie mehr in Ihrem Leben Glück haben werden, wenn sie das Ding nicht weiter schicken. Jedenfalls werden sie vielen Leuten schreckliche Unbill ersparen.

Schreiben Sie besser einen Spickzettel mit dem Namen des bösartigen Mails und kleben Sie ihn an den Bildschirm. Dann können Sie es nicht vergessen. Wenn der Platz knapp wird, kaufen Sie einen zweiten Bildschirm, jedes bessere OS unterstützt zwei Bildschirme, aber schicken Sie es nicht weiter.  

Unerhört: Wassereinbruch im USB-Stick

Wenn Sie so ein Mail erhalten wissen Sie, jetzt ist Gefährliches im Schwange.

Ein neuer, bösartiger Virus ist aufgetreten, er verbirgt sich hinter einer Werbebotschaft oder einem harmlosen Info, und er wird nichts Geringeres anstellen als einen Wassereinbruch im USB-Stick zu verursachen.

Die angedrohten Folgen erschrecken in der Regel nur Neulinge. Realistisch erscheint mir nur der Wassereinbruch, aber das würden Sie am Plätschern erkennen und den Hahn abdrehen.

Mit jedem besseren Emailprogramm erkennen Sie WARNUNGEN schon in der Vorschau. Zögern Sie nicht, diese Mails unverzüglich und ungeöffnet zu löschen.